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Lebensmittelvergiftung

Lebensmittelvergiftung,
Nahrungsmittelvergiftung:

Erkrankung durch den Verzehr von mit Krankheitserregern oder giftigen Substanzen verunreinigter oder verdorbener Nahrung. Besonders leicht verderben z. B. Fleisch, Wurst, Milch, Eier, Speiseeis, Fisch und Meeresfrüchte.

Bakterielle Vergiftungen

Sie stellen den größten Anteil der Lebensmittelvergiftungen, da verdorbene Nahrungsmittel häufig mit Bakterien verunreinigt sind.

Ursache: Die Vergiftungserscheinungen werden entweder durch die Bakterien selbst oder durch bakterielle Giftstoffe (Toxine) ausgelöst wie bei der häufigen Salmonellose oder Staphylokokkenenteritis. Die Toxine sind oft hitzestabil, d. h., sie werden beim Kochen nicht zerstört. Ein besonders gefährliches Gift, das Botulinustoxin, kann in verdorbenen, oft am aufgetriebenen Deckel erkennbaren Konserven enthalten sein.

Befund: In den meisten Fällen kommt es wenige Stunden (Staphylokokken) oder Tage (Salmonellen) nach dem Essen – je nach Bakterien- oder Toxinmenge – zu Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber und Durchfall, der einige Tage anhält. Bei Botulismus können rasch lebensbedrohliche Schluck- und Atemlähmungen auftreten. Halten bei einer Lebensmittelvergiftung die Beschwerden länger als drei Tage an, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung sofort. Wenn möglich, sollten Reste der Mahlzeit kurzfristig kühl aufbewahrt werden, um einen Nachweis des Giftes zu ermöglichen.

Behandlung: Vordringlich gilt es, den Flüssigkeitsverlust durch Tee, in schweren Fällen auch durch Infusionen auszugleichen. Bei älteren Patienten können Mittel zur Kreislaufunterstützung erforderlich sein. In Ausnahmefällen wird eine bakterielle Lebensmittelvergiftung auch mit Antibiotika behandelt, im Fall des Botulismus existiert ein wirksames Gegengift. Besonders bei Kleinkindern und älteren Patienten ist es wichtig, dass sie ausreichend Flüssigkeit und Mineralstoffe (Elektrolyte) zu sich nehmen. Elektrolytgetränke sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Natürliche Gifte

Ursache: Die Wirkung von Pilzgiftstoffen, Zersetzungsprodukten aus verdorbenem Fleisch oder Fisch sowie Verunreinigungen z. B. mit Schimmelpilzgiften (Aflatoxin) und Mutterkornalkaloiden umfasst die Bandbreite von einer Reizung der Darmschleimhaut bis zu schweren Durchblutungsstörungen.

Befund: Je nach Art und Menge des aufgenommenen Giftstoffes können wenige Stunden nach dem Verzehr krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen auftreten (z. B. bei einer Fischvergiftung) oder aber Taubheitsgefühl, Lähmungen und Bewusstseinsstörungen wie z. B. im Rahmen einer Vergiftung mit Mutterkornalkaloiden (Ergotismus). Ein natürlicher Giftstoff, das Solanin, wird von Nachtschattengewächsen (z. B. grüne Kartoffeln, Kartoffelkeime oder grüne Tomaten) produziert und findet sich in deren Früchten, Blättern, Stängeln und Knollen. In höheren Mengen aufgenommen hemmt Solanin die Reizübertragung an Nervenfasern, sodass es zu Mattigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall, in schweren Fällen auch zu Lähmungserscheinungen kommen kann.

Behandlung: Die Maßnahmen richten sich nach dem Beschwerdebild, z. B. ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit bei Durchfällen, krampflösende Mittel bei starken Bauchschmerzen. Bei Pilzvergiftungen kann die Einnahme eines Gegengiftes erforderlich sein.

Chemische Gifte

Metalle wie z. B. Blei, Zink, Kadmium können sich aus Legierungen von Kochtöpfen lösen und wie Konservierungsmittel oder evtl. Rückstände von Pflanzenvernichtungsmitteln akute Vergiftungserscheinungen verursachen. Meist handelt es sich dabei um akuten Brechdurchfall mit krampfartigen Bauchschmerzen, der unter lindernden Maßnahmen in wenigen Tagen abklingt. Kochgeräte aus amtlich geprüften Materialien wie z. B. Aluminium, Nickel oder Chromnickelstahl sind unbedenklich in ihrer Verwendung.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010

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