schleichender Blutverlust oder massive Blutung aus Speiseröhre, Magen oder Darm.
Ursache: Im oberen Magen-Darm-Trakt können Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulkuskrankheit), Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) und Entzündungen der Speiseröhren- oder Magenschleimhaut zur Blutung führen. Im Darm spielen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa, Crohn-Krankheit) sowie bösartige und gutartige Geschwülste (z. B. Dickdarmpolypen, Dickdarmkrebs) eine große Rolle. Im Bereich des Mastdarms kommt es v. a. zu Hämorrhoidenblutungen, sehr selten auch zu stark blutenden Verletzungen.
Befunde: Die Hauptsymptome sind Bluterbrechen und blutiger Stuhl bzw. schwarzrote, klebrige Stuhlverfärbungen (Teerstühle). Hellrotes Blut wird bei Krampfadern der Speiseröhre schwallartig erbrochen und kaffeesatzartiges Blut bei Erkrankungen von Magen oder Zwölffingerdarm. Teerstühle stammen meist aus Magen und Zwölffingerdarm, nur bei langsamer Darmpassage auch aus den unteren Darmabschnitten. Blutauflagerungen auf dem geformten Stuhl treten v. a. bei Veränderungen im Mastdarm oder Analkanal auf. Je nach Schwere und Dauer der Blutung kann es zu Blutarmut (Anämie) und zum Kreislaufschock kommen.
Behandlung: Meist kann die Blutungsquelle durch eine Magen- oder Darmspiegelung (Endoskopie) gefunden und die Blutung zum Stillstand gebracht werden. Ansonsten ist eine Operation erforderlich. Ein drohender Kreislaufschock wird durch Infusionen behandelt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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