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Depressive Verstimmung

Niedergeschlagen, antriebslos, müde und traurig – das sind typische Empfindungen für ein Seelentief. Düstere Gefühle gehören zum Leben, sie können aber auch Zeichen einer Depression oder Angsterkrankung sein


Seele in Not: Manchmal ist professionelle Hilfe notwendig, um wieder neue Kraft zu schöpfen

Jeder Mensch durchlebt auch schwierige Phasen, in denen er deprimiert ist. Dahinter steht das lateinische Wort deprimere, niederdrücken. Wer sich in einem Stimmungstief befindet, fühlt sich bedrückt, oft traurig, mutlos, hat keine Energien mehr, möchte sich zurückziehen. Solche Gemütsschwankungen haben meist einen konkreten Anlass, etwa Ärger im Beruf oder im Privatleben, seelische Belastungen, eine Krankheit. Dabei reagiert jeder Mensch unterschiedlich intensiv.

Leichtere seelische Verstimmungen vergehen nach einer gewissen Zeit. Aber auch Phasen der Trauer können überwunden werden, nach einer durchlebten Krise setzen sich in der Regel wieder positive Gefühle durch. Vielen Menschen helfen dabei soziale Aktivitäten, Sport und oft auch der Rat eines Psychotherapeuten.


Eine tiefer gehende depressive Verstimmung unterscheidet sich vom normalen Deprimiert-Sein. Die Gefühle des Niedergedrücktseins, der Traurigkeit und inneren Leere sind stärker ausgeprägt und halten deutlich länger an. Die Betroffenen können oft keine Freude mehr empfinden, fühlen sich völlig ausgelaugt und lustlos. Jede Unternehmung, und sei es nur ein Besuch bei Freunden, kostet übermäßig Kraft und wird deshalb gerne vermieden. Der soziale Rückzug verstärkt das Seelentief noch weiter. Oft kommen Selbstzweifel, Ängste und Zwangsgedanken dazu.

Körperliche Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schwindel und Schlafstörungen sind häufig.

Manchmal äußern sich depressive Verstimmungen auch in erhöhter Nervosität und Gereiztheit. Überaktivität, Arbeits- oder Sportsucht können ebenfalls Hinweis auf psychische Probleme sein. Im Gegenzug sind Konzentrationsstörungen und Leistungsabfall sehr oft Teil einer depressiven Verstimmung.

Eine heftige depressive Verstimmung kann sich zu einer ernsten Depression oder Angststörung entwickeln. Das ist manchmal nach einschneidenden Lebensereignissen wie Trennung oder Tod eines geliebten Menschen der Fall. Allerdings lassen sich nicht immer konkrete Auslöser finden. Einer scheinbar grundlosen, anhaltenden depressiven Phase liegt häufig eine Depression, Angsterkrankung oder Psychose zugrunde.

Die seelische Verfassung ist abhängig von vielen körperlichen Faktoren. Hormonumstellungen in der Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren beeinflussen die Psyche stark. Gemütsschwankungen sind dann sehr häufig.

Frauen leiden öfter unter typischen Depressionssymptomen als Männer. Bei diesen äußern sich depressive Verstimmungen eher verdeckt in Arbeitswut, Alkoholmissbrauch und riskantem, aggressivem Lebensstil. Selbsttötungen sind auch häufiger bei Männern die dramatische Folge einer verkannten oder nicht behandelten Depression.

Bestimmte Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen, neurologische Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit oder Demenzen gehen sehr oft mit ausgeprägten Stimmungstiefs und Depressionen einher. Auch Infektionskrankheiten, zum Beispiel eine Lungenentzündung, wirken auf die Psyche. Besonders anfällig für depressive Verstimmung sind ältere Menschen.

Auch Medikamente können für ein Seelentief verantwortlich sein. Dazu gehören einige Herz-Kreislaufmittel, Schlafmittel oder Medikamente gegen Allergien.

Bein anhaltender seelischer Verstimmtheit sollten die Betroffenen in jedem Fall mit einem Arzt sprechen und gegebenenfalls einen Psychotherapeuten aufsuchen. Höchstes Alarmzeichen ist es, wenn die depressive Verstimmung mit Selbsttötungsgedanken verbunden ist.

 


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 19.02.2009, aktualisiert am 25.11.2010
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Photos.com

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